Wenn deine exakte Größe nicht angeboten wird
Bei Reitstiefeln entscheidet nicht nur eine einzelne Zahl. Schuhgröße, Wadenumfang und Beinlänge wirken zusammen. Wenn du zwischen zwei Ausprägungen liegst, kann deshalb je nach Fußform, Beinmaß, Kleidung und Reitweise sowohl die kleinere als auch die größere Variante sinnvoll sein.
Schuhgröße: eher kleiner oder größer?
Bei einer Zwischengröße wie 38,5 können daher sowohl 38 als auch 39 einen Versuch wert sein. Entscheidend ist, dass die Zehen nicht eingeengt werden, der Ballen an der richtigen Stelle sitzt und der Fuß im Stiefel nicht deutlich rutscht.
Eher die kleinere Größe prüfen wenn du nur knapp über der kleineren Größe liegst, einen schmalen oder eher volumenarmen Fuß hast, dünne Reitsocken trägst und die größere Größe zu deutlich spürbarem Fersen- oder Fußspiel führt.
Eher die größere Größe prüfen wenn du dickere Socken trägst, einen breiteren Vorfuß oder höheren Spann hast, deine Füße im Tagesverlauf merklich voller werden oder die kleinere Größe im Zehen- oder Ballenbereich drückt.
Wadenumfang: eher enger oder weiter?
Eher die engere Weite prüfen wenn der Reißverschluss mit angenehmem Widerstand schließt, der Schaft ruhig anliegt und vorhandene Verstellreserven ausreichen.
Eher die weitere Weite prüfen wenn deine Wade am oberen Rand des Maßbereichs liegt, ein Bein deutlich stärker ist, du mit kräftigerer Reithose oder Socken reitest oder der Reißverschluss in der engeren Variante stark unter Spannung steht.
Beinlänge: eher kürzer oder länger?
Wichtig: Beinlänge und Wadenumfang beeinflussen die Passform gemeinsam. Ein zu weiter Schaft kann stärker absinken; ein sehr enger Schaft darf dagegen weder einschneiden noch den Reißverschluss dauerhaft überlasten.
Eher den längeren Schaft prüfen wenn er nur leicht zu hoch wirkt. Die gemessene Beinlänge wird vom Boden bis zur markierten Kniekehle ermittelt. Liegt sie nur 0,5 bis 1,0 cm unter der Tabellen-Untergrenze, kann ein Fersenkeil mit einer maximalen Höhe von ca. 1 cm den Höhenunterschied ausgleichen.
Eher den kürzeren Schaft prüfen wenn der längere Schaft die Kniekehle deutlich stört oder deine Reitposition viel Beugung in Knie und Sprunggelenk verlangt.
So entscheidest du im Grenzfall
- Miss beide Beine und orientiere dich an der stärkeren Wade.
- Miss die Beinlänge vom Boden bis zur markierten untersten Falte der Kniekehle.
- Miss möglichst zu der Tageszeit, zu der du üblicherweise reitest.
- Trage beim Messen die Reithose und Socken, die du später im Stiefel nutzt.
- Prüfe die Passform nicht nur im Stand, sondern auch mit gebeugtem Bein beziehungsweise in deiner typischen Reitposition.
Hinweis: Die hinterlegte Maßtabelle berücksichtigt bereits, dass sich der Schaft beim Eintragen etwas setzt. Die Fersenkeil-Prüfung ist eine zusätzliche Anpassung und wird nur bei 0,5 bis 1,0 cm zu kurzer Beinlänge vorgeschlagen.
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